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Und hier die allerersten News


Baltic Sea Circle 2019


Hamburg, 13. Juni 2019
Orvar hat uns einen Streich gespielt (zum Glück keinen üblen) und musste aus technischen Gründen ca. 280 km vor Hamburg abgeschleppt werden. Wir hatten grosses Glück; Orvar wurde von fachmännischen Händen innerhalb kurzer Zeit wieder flott gemacht, sodass wir am Donnerstag, 13. Juni um 15 Uhr gut in Hamburg bei Trixi und Ralf angekommen sind.



Hamburg, 14. Juni 2019

Die BSC Kleber sind nun angebracht und damit nimmt auch die Spannung bei den Fahrenden zu. Am Nachmittag haben wir den Startplatz am Fischmarkt ausgekundschaftet, damit wir morgen rechtzeitig dort sind. Gemeinsam mit Trixi und Ralf haben wir die Vorstartparty besucht und andere AbenteurerInnen getroffen und uns auf das kommende Abenteuer eingestimmt. 



Samstag, 15. Juni 2019, Hov (Schweden), Etappe 1

Im Laufe des Vormittags trafen die 280 (mind. 20 Jahre alten) Fahrzeuge vorwiegend aus Deutschland ein. Vier Teams aus der Schweiz sind dabei. Nach einer flotten Begrüssung durch das OK-Team begannen die Fahrzeuge sich um 11.30 Uhr in Bewegung zu setzen. Die Reiseroute ist nur ungefähr vorgegeben und jedes Team wählt seine eigene Route in Richtung Nordkapp. Wir düsten in Richtung Lübeck, um in Puttgarden mit der Fähre nach Rödby (DK) zu fahren. Auf der Autobahn ging es nach Kopenhagen und von dort über die Öresund-Brücke nach Schweden mit dem Ziel gegen 19 Uhr in Hov (Schonen) bei Gunilla und Sven einzutreffen. 




Sonntag, 16. Juni, Malung (Schweden), Etappe 2

Vor uns lagen rund 550 km up north. Schnell erreichten wir Göteborg und fuhren von dort gemütlich auf den Inländsägen dem Vänernsee entlang. Je nördlicher wir fuhren, desto leerer wurden die Strassen und die Wälder dichter. Ein Rentier ist uns noch nicht vor die Räder gelaufen. Der alte Schwede (Baujahr 1970) brauchte wieder etwas Zuwendung von Mauro und muss morgen zur Kontrolle in die Volvo-Garage in Malung, wo wir im „Australia Huset“ übernachten und sehr hoffen, dass die Reise morgen weitergehen kann. God natt!




Montag, 17. Juni, Malung (Schweden) Etappe 3


Die Volvo-Helden

Nach dem Frühstück um 8.45 Uhr brachen wir auf, um eine Garage in Malung für Orvar zu suchen. Bei der ersten Garage hatten wir kein Glück, denn einen seltsamen Spuk bei einem „gamla“ (alten) Volvo zu suchen, ist nicht einfach für junge Mechanikerhände; ratlose Blicke. Die Hilfsbereitschaft aber war umso riesiger, und wir bekamen die Adresse von einer anderen Garage. Leider hatte in dieser der Mech keine Zeit, dafür hatten wir wieder eine Garagen-Adresse in der Hand und wir tuckerten - Orvars hatte zunehmend an Power verloren - mit viel Hoffnung zu Karlsson Motor. Ein richtiger Schwede (gross, blond, kräftig, bedächtig) schaute in aller Ruhe in Orvars Herzstück; sind es die Ventile, der Vergaser, die Zylinder? Eine klare Diagnose konnte Karlsson nicht machen und so telefonierte er einem Bekannten, der sich besser mit alten Amazonen auskennt. Per, so stellte er sich uns vor, erschien in seinem Wohnmobil und betrachtete ebenfalls mit viel Geduld unser Sorgenkind. Wieder keine klare Diagnose, und wieder kam eine andere helfende Hand ins Spiel. Gemeinsam fuhren wir zu Pers Freund nach Malungsfors, der bereits auf uns wartete und nach kurzer Zeit Orvars Problem aufdeckte: die Dichtungen waren nicht mehr dicht - das kommt ja bekanntlich bei vielen alten Sachen, ja sogar bei Menschen vor. Wir überliessen dem Fachmann das Auto und suchten in der Zwischenzeit eine Unterkunft. Die war schnell gefunden, in einem typischen roten Holzhäuschen. Um 17.30 Uhr war Orvar wieder flott drauf und zeigte sich äusserst fahrtüchtig und abenteuerlustig. Heja Volvo! 

Wir sind äusserst glücklich, dass Orvar wieder läuft und tief beeindruckt von der grossen unkomplizierten Hilfsbereitschaft der schwedischen Männern! Tack so mücket! Wir genossen ein gutes selbstgemachtes Abendessen mit einem Glas Rotwein in unserem Holzhäuschen.






Dienstag, 18. Juni, Follingstua Camping (Norwegen), Etappe 4

Ohne irgendwelche Autoprobleme fuhren wir während rund 8 Stunden oder 536 km auf schmalen Strassen, die sich durch Wälder und Seen schlägelten und uns an „Nils Holgerson wundersame Reise“ erinnert, nordwärts nach Norwegen. Müde, aber zufrieden erreichten wir das Etappenziel.

Mittwoch, 19. Juni, Fauske (N), Etappe 5

Heute legten Mauro und Orvar eine starke Leistung hin! So konnten wir Etappe 3 aufholen, die uns wegen der Panne fehlte. Auf der sehr abwechslungsreichen E6 haben wir den Polarkreis überquert und sind gut in Fauske (N) angekommen. Die Bilder erzählen mehr. 
Donnerstag, 20. Juni, Straumfjord (N), Etappe 6

Nach einem Kaffee und unserem täglichen weichen Ei - wir aus Egg lieben eben Eggs - ging es früh weiter auf der E6. Diese schlängelt sich entlang der Küste und bietet immer wieder eine neue fantastische Szenerie! Hell bell - wir sind immer wieder aufs Neue angetan von so viel natürlicher Schönheit! Eine kurze Fahrt auf der Fähre gab uns Zeit für einen Kaffee und ein zuckersüsses Caramelgebäck, das uns für den Rest des Tages Zucker spendete! Die Nördler lieben Süsses überalles! 
Wir krochen früh in unsere Schlafsäcke, denn wir wollten um 7 Uhr die letzte Etappe ans Nordkapp in Angriff nehmen. 
P.S. Unser Elchklüppli erinnert uns daran, die Lichter aus- bzw. einschalten, was bei Orvar von Hand gemacht werden muss. 



Freitag, 21. Juni / Mittsommernacht, Rossenes (N), Etappe 7

Die schmale E6, man muss sich dabei eine bessere und manchmal auch eine schlechtere, staubige Landstrasse vorstellen, führt bis ans Nordkapp. Sie stönt erheblich unter der Last der vielen Wohnmobile, Wohnwagen, PWs und Zweiränder. Die Rentiere allerdings sind von dieser Blechschlange wenig beeindruckt und laufen auch gerne mal vor ein Auto. 
Mit jeder Kurve um einen herrlichen Fjord und mit jedem Tunnel (der Nordkaptunnel ist 6875 m lang) erreichten wir um 12.30 Uhr unser Ziel. Wir und Orvar hatten es geschafft! Jää! Grandios die Sicht ins Nichts am Lands’ End, aber heftiger Wind bei 5 Grad. Wir machten die üblichen Fotos und Selfies und fuhren zufrieden in die nächste Unterkunft. Die Mittsommernacht aber war noch nicht vorbei! 


Samstag, 22. Juni, Rovaniemi (Finnland), 
Etappe 8

Nach einem herrlichen Frühstücksbuffett im Rossenes Kro machten wir uns um 8.45 Uhr auf den Weg in die Hauptstadt von Lappland - nach Rovaniemi, wo Santa Claus zu Hause ist. Wir waren froh, nicht mehr auf der gleichen Strecke zurückfahren zu müssen, zwar düsten wir ebenfalls auf der E6, aber in Richtung Finnland. Wir genossen weiterhin die herrliche Fjord-Landschaft, die sich allmählich änderte, je mehr wir nach Finnisch-Lappland fuhren, wo wir stundenlang in den Wäldern abtauchten. Bisher meinte es der Wettergott sehr gut mit uns, sodass uns das bisschen finnischer Regen nicht störte, zudem die Wetterprognosen für Rovaniemi gut waren. Unterwegs hörten wir Radio Suomi, um uns schon mal auf den finnischen Singsang einzustimmen. Fazit: Keine Chance auch nur ein Wort zu verstehen! Die Ankunft um 16.30 Uhr bei Santa Claus  - er war gerade ausgeflogen - bei angenehmen 22 Grad freute uns sehr. Wir stellten die Uhr eine Stunde vor und kauften im K Market die Zutaten für einen feinen Znacht mit Lachs ein. Quiz: Wer kann erraten, was „sitruuna“ auf Deutsch heisst? Dem Gewinner oder der Gewinnerin winkt ein kleines Geschenk! 
Auch in Finnland gibt es Airbnb, unsere ist sehr gemütlich und komfortabel!

Darum waren die Finnen in der Pisa-Studie die besten: Nie mehr abtrocknen!


Dienstag, 25. Juni, Helsinki, Etappe 9 und 10

Wir haben 814 Km von Rovaniemi nach Helsinki in zwei Tagen abgespult. Die ungestresste Fahrt auf guten Strassen durch die Weite der finnischen Landschaft genossen wir sehr. Wir waren aus zwei weiteren Gründen in Hochstimmung; erstens wurden wir fast rund um die Uhr von der Sonne begleitet und zweitens liessen uns die Mücken in Ruhe!!!
Orvar bekam immer wieder mal Aufmerksamkeit von Passanten und Mauro musste etwas aus seinem Innenleben erzählen. 
In Helsinki trafen wir Hannele und Jaakko, die vor 17 Jahren unsere Nachbarn in Egg waren und nun wieder in Finnland wohnen, zu einer Runde Golf. Bei ihnen durften wir unser Nachtlager aufschlagen. 
Nachtstimmung um 22.40 Uhr in Kokkola
Sprachquiz: „sitruuna“ bedeutet Zitrone. Alle vier erhaltene Antworten waren richtig. Das Los entscheidet. 
Helsinki ist heiss!


Mittwoch, 26. Juni, Pärnu (Estland), Etappe 11

Nach einem feinen finnischen Frühstück mit Jaakko am Hafen war eine ruhige 2-stündige Überfahrt nach Tallinn, Hauptstadt von Estland, angesagt und danach eine kurze 3-stündige Fahrt nach Pärnu (Est), wo wir im Strand Hotel an der Ostsee übernachteten. Es scheint der Ort für die Sommerfrische der Finnen zu sein, die sich hier dank der spachlichen Nähe gut verstehen. Vor dem Nachtessen machten wir eine kurze Strandepromenade, um Beine und Rücken etwas zu strecken und frische Meeresluft einzuatmen. Bis dahin blieben wir glücklicherweise trotz langen Autostunden von körperlichen Beschwerden verschont. 

Hafen-Frühstück in Helsinki
Strandhotel in Pärnu
Das super gute Essen und die jungen zurückhaltenden, aber symphatischen estnischen Kellnerinnen hinterliessen einen tiefen Eindruck bei uns!




Donnerstag, 27. Juni, Etappe 11

Weiter ging die Fahrt bzw. Durchfahrt durch eine weitere ehemalige Sowjetrepublik Lettland an der Hauptstadt Riga vorbei in Richtung Litauen. Ein paar Impressionen aus der Autosicht gesehen. Selbst beim Vorbeifahren zeigen sich immer noch viele düstere Spuren der ehemaligen Sowjetzeit. 


Freitag, 26. Juni, Marijampole (Litauen), Etappe 12

Da wo zu früheren Zeiten in den baltischen Ländern Grenzposten waren, sind nun in den Gebäuden Einkaufsläden und weit und breit waren keine Grenzwächter zu sehen. Kaum merkbar überquerten wir die litauische Grenze und fuhren unterwegs an unzähligen Kirchen und Maria-Statuen vorbei bis Marijampole. Dort erwartete uns eine sehr nette Litauerin und zeigte uns das spärlich ausgestattete, aber saubere Zimmer. Die Temperatur war bei der Ankunfszeit um 17.30 Uhr noch 36 Grad! Die Klimaerwärmung ist offensichtlich auch in diesem eher nördlichen Land zu spüren. Wir schauten uns ein wenig den Ort an und stellten fest, auch hier ist die ehemalige Sowjetzeit noch sichtbar, aber die mediale Auseinanderzetzung mit der Neuzeit hat begonnen. Ein Blick auf die Speisekarte in einem Hotelrestaurant zeigt, wie günstig und gut man hier essen kann! Wir haben es sehr genossen und wurden freundlich (auf Englisch) bedient.


Freitag, 28. Juni, Posen (Polen), Etappe 13

Die Hitze wurde glücklicherweise in der Nach von einem heftigen Gewitter unterbrochen, und wir konnten auch ohne Klimeanlage gut schlafen. Wir fuhren zuerst ca. 3 Stunden auf Überlandstrassen - was in Litauen ziemlich anstrengend ist, da auf den Strassen nebst PWs auch viele (alte und neue) Lastwagen, Traktoren und Fussgänger! unterwegs waren - bis wir die polnische Grenze erreichten. Auch hier das gleiche Bild; ein öder Grenzübergang. Schon bald merkten wir, dass in Polen einiges anders läuft, vor allem auf der Strasse, als in den baltischen Ländern. Die Strasse werden von rasenden Rowdies in BMWs, Audis und Mercedes beherrscht - jetzt sind sie nach Jahren von importieren Schrotthaufen endlich die Chefs -, die vor einem alten Auto keinen Respekt haben. Auch die Freundlichkeit an den Tankstellen liess zu wünschen übrig, und schien nicht nur mit den mangelnden Englischkenntnissen zu tun haben. Das Land wirkte ziemlich trist auf uns und den Leuten schien es an Lebensfrische zu fehlen. 


Samstag, 29. Juni, Hamburg, Schlussetappe

Nach einer zähen letzten Fahrt auf überfüllten Autobahnen erreichten wir müde und abgekämpft Hamburg. Die schöne Abendstimmung am Elbufer und das erste Bier (Astra Urtyp) nach stickigen Stunden im Auto belebte unsere Geister und schlaffen Glieder wieder. Nun war Erholung und noch einmal Erholung angesagt. Wir sind glücklich, dass wir dieses aufregende, etwas gehetzte Abenteuer durch wunderbare Landschaften so gut überstanden haben und dass Orvar jeden Morgen ohne Murren ansprang und stundenlang ohne Gejammer durchhielt. Natürlich trug auch das milde und schöne Wetter erheblich zu diesem einmaligen Erlebnis bei.

Die Gewinner des Sprachquiz sind Trixi und Ralf. Ihnen konnten wir am Sonntag das Geschenk persönlich überreichen.






Sonntag, 30. Juni, Hamburg

Es war ein tolles Gefühl um 16 Uhr durch die Ziellinie zu fahren! Mit Trixi und Ralf haben wir unsere Ankunft gefeiert, bevor es am Abend auf den Autozug ging. 

Euch liebe Leserinnen und Leser, dieihruns auf dem Baltic Sea Circle begleitet und uns mit euren Kommentaren so toll unterstützt habt, möchten wir herzlich danken! Ganz besonders möchten wir den Spenderinnen und Spender danken, die das Charity-Projekt mit einem Geldbetrag unterstützen! Man kann noch weiterhin spenden, falls gewünscht. 

Sonntag, 30. Juni, Heimreise
Orvar konnte sich nach 14-tägigem Dauereinsatz auf dem Autozug Richtung Lörrach ausruhen. Das taten auch die beiden müden Fahrer, die die Nacht im Zugsabteil mit zwei netten und interessanten Harleyfahrern aus dem Kt. Thurgau und dem Kt. Tessin verbrachten.